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Gallensteine

Gallenblase mit Gallensteinen
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Gallensteine können oft jahrelang unbemerkt in der Gallenblase liegen (Teguh Mujiono - Shutterstock.com)

Gallensteine werden durch die Gallenflüssigkeit gebildet und entstehen durch ein Ungleichgewicht der löslichen Bestandteile der Galle. Jeder 5. bis 10. Österreicher hat irgendwann in seinem Leben einen Gallenstein.

Sie können lange ohne Symptome bleiben, aber auch krampfartige Schmerzen im Oberbauch verursachen. Der oder die Steine - es können ein großer oder mehrere verschieden große Steine vorkommen - können in der Gallenblase den Abfluss der Gallenflüssigkeit verhindern, indem sie in den Gallengang schlüpfen und diesen verstopfen. Die Entfernung der Steine ist dann durch einen operativen Eingriff unumgänglich. Sehr oft muss bei dieser Operation auch die Gallenblase entfernt werden, weil sie entzündet ist.

Häufigkeit von Gallensteinen

Gallensteine zählen zu den Volkskrankheiten, 15 bis 20 % aller Österreicher sind davon betroffen. Das Risiko, Gallensteine zu entwickeln, nimmt ab dem 40. Lebensjahr deutlich zu, wobei bei Frauen noch 2 bis 3 Mal öfter als bei Männern die Diagnose gestellt wird. Das weibliche Sexualhormon Östrogen stellt einen Risikofaktor dar.

Gallensteine: Ursachen

Übergewicht, genetische Veranlagung, Lebererkrankungen sowie Diabetes begünstigen die Entstehung von Gallensteinen, die ganz unterschiedlich groß werden können - von sandkörnchengroß bis zum sogenannten "Tonnenstein", der die gesamte Gallenblase ausfüllt. Große Steine bestehen meist aus Bilirubin (Gallensäure und Gallenfarbstoff) und Kalzium, sind also verkalkt. Gallensand und kleinere Steine sind fast immer reines Cholesterin.


Die Entstehung der Steine wird immer durch ein Ungleichgewicht verursacht: Die Gallenblase ist für die Fettverdauung zuständig und hilft bei der Ausscheidung verschiedener Substanzen aus dem Körper, wie etwa Cholesterin. Befinden sich die verschiedenen Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis, können durch Kristallisation Gallensteine entstehen. Aber auch eine sogenannte Hypomotilität der Gallenblase begünstigt die Steinbildung: Wenn die Gallenblase zu wenig aktiv ist - beispielsweise in Hungerphasen - wird Galle nicht benötigt, dadurch dickt sie sich in der Gallenblase ein und kristallisiert.

Gallensteine: Symptome

Viele Menschen können mit den Steinen oft jahrelang beschwerdefrei leben. Treten aber typische Symptome auf, müssen die Beschwerden abgeklärt werden. Dazu zählen:
 

  • Krampfhafte Druckschmerzen im rechten Oberbauch - vorwiegend nach einer Mahlzeit
  • Fettunverträglichkeit mit Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Kolik

 

In manchen Fällen werden die Schmerzen stärker und dauerhaft und sind mit Fieber verbunden. Dann liegt häufig eine zusätzliche Entzündung der Gallenblase vor.

Gallensteine: Was passiert bei einer Gallenkolik?

Bei einer akuten Gallenkolik verstopft ein Stein entweder den Abfluss aus der Gallenblase oder den Gallengang und verursacht in Folge einen Gallestau: Um für die Verdauung Gallenflüssigkeit bereitzustellen, zieht sich die Gallenblase zusammen. Die Entleerung der Gallenblase ist aber durch den Stein behindert - dieses Ankämpfen der Gallenblase gegen einen Widerstand bezeichnet man als Kolik. Die Symptome sind neben krampfartigen Schmerzen unter Umständen auch eine Gelbfärbung der Haut und der Augen. Wenn ein Stein in der Papille (Mündung des Gallenganges in den Zwölffingerdarm) steckt, kann es auch zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen.


Gallensteine können, wenn sie klein sind, auch von selbst abgehen, allerdings immer in Verbindung mit unangenehmen Koliken und dem Risiko der Nachbildung.


Das Gallensteinleiden kann unterschiedlich verlaufen. Von lebenslanger Beschwerdefreiheit bis hin zu heftigsten Koliken, akuter Entzündung, Durchbruch der Gallenblase oder Verstopfung des Gallenganges mit Gelbsucht und Bauchspeicheldrüsenentzündung ist alles möglich. Auch das Wachstum der Steine ist unterschiedlich und hängt von der Zusammensetzung und den individuellen Faktoren ab. Es gibt dazu keine allgemein gültigen Aussagen. Beim Auftreten von Beschwerden ist es ratsam, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Diagnose von Gallensteinen

In der Erstuntersuchung durch den Hausarzt liefert ein Tastbefund häufig wichtige Hinweise auf Verhärtungen oder schmerz- und druckempfindliche Stellen im Bauch.

  • Ultraschalluntersuchung: Bei Verdacht auf Gallensteine kann die Diagnose in 95 % der Fälle mit einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung gestellt werden.
  • Blutuntersuchungen: Sie liefern wichtige Hinweise auf Leberwerte oder Entzündungswerte der Gallenblase bzw. weisen sie auf das Vorhandensein von Gallensteinen hin.
  • Röntgenuntersuchungen: Sie kommen nur selten in der Diagnostik zum Einsatz, weil es eines Kontrastmittels bedarf, um die Steine sichtbar zu machen. Diese Diagnosemöglichkeit wird nur eingesetzt, wenn es um die Ortung besonderer Steine oder Veränderungen der Gallengänge geht.

Therapie von Gallensteinen

Als nicht sehr erfolgreich hat sich die medikamentöse Behandlung der Gallensteine erwiesen. Da nur Gallensand und sehr kleine Steine aus Cholesterin aufgebaut sind, verschwinden sie durch Medikamentengabe nicht vollständig. Auch die Stoßwellen-Zertrümmerung wird wegen gefährlicher Komplikationen nicht mehr angewendet. Die Standardbehandlung erfolgt daher durch die laparoskopische Entfernung der Gallenblase.


Diese für den Patienten wenig belastende Operationstechnik, bei der ohne großen Bauchschnitt gearbeitet wird, kann auch dann zum Einsatz kommen, wenn Gefahr im Verzug ist und ein chirurgischer Eingriff akut notwendig ist, weil beispielsweise ein Stein in den Gallengang schlüpft und diesen verstopft.

 

Bei der Entfernung der Gallenblase bleiben die die Galle ableitenden Wege, welche die Gallenflüssigkeit aus der Leber in den Verdauungstrakt leiten, unberührt.


Der Vorteil einer laparoskopischen Entfernung der Gallenblase liegt in einer kleineren Narbe, den geringeren Schmerzen nach der Operation und der kürzeren Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Bei Akutoperationen und komplizierten Gallensteinleiden kann es allerdings notwendig sein, die Blase mittels Bauchschnitt zu entfernen.


Grundsätzlich ist eine Operation anzuraten, wenn sich Gallensteine einmal durch Koliken, Oberbauchbeschwerden oder Gelbwerden der Haut bemerkbar machen. Operationsempfehlungen werden aber nicht nur bei großen Steinen angeraten, sondern auch bei vielen kleinen, weil diese sehr leicht die Gallengänge verstopfen können. Größere Steine ab 2 cm hingegen verursachen häufig Druckgeschwüre, akute Entzündungen und bergen ein geringes Risiko zur Ausbildung eines sehr bösartigen Gallenblasenkrebses.

Gallensteine: Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Ein Leben ohne Gallenblase bringt für die Patienten im Normalfall keine großen Veränderungen der Lebensgewohnheiten mit sich. 2 bis 3 Tage nach dem Eingriff können Patienten nach Hause gehen und in vielen Fällen nach einer Woche wieder zu arbeiten beginnen oder Sport ausüben. Spezielle Diäten sind bei normalem Heilungsverlauf nicht notwendig, es ist lediglich Vorsicht angeraten bei fetthaltigen Speisen oder großen Portionen.


Nahrungsmittel, die erfahrungsgemäß schwer verträglich sind, sollten eher gemieden werden. Dazu gehören Kaffee, Zwiebel und blähende Speisen wie Kohl oder Kraut. Grundsätzlich hilft es, fetthaltige Speisen zu reduzieren.

AUTOR


Mag. Conny Wernitznig
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


21.07.2017 / 06.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
PRIM. Dr. Otto Reindl
Facharzt für Chirurgie Abteilungsvorstand an der Abteilung für Chirurgie, LKH Freistadt

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