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Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Ärzteteam operieren einen Patient mit einem Endoskop
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Mit einer Laparoskopie ist es möglich, die Organe des Bauchraumes zu untersuchen. (Iryna Inshyna - Shutterstock.com)

Bei einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem die Organe des Bauchraums untersuchen werden. 

Die laparoskopische Chirurgie hat ein breites Einsatzfeld sowohl in der Diagnose als auch in der Therapie: es können auch kleinere Operationen während einer Laparoskopie vorgenommen werden. Der Eingriff belastet nur sehr wenig und bringt kaum Risiken mit sich. In die Schulter ausstrahlende Schmerzen können möglich sein.

Anlass einer Bauchspiegelung

  • Vorsorgeuntersuchung: Die Laparoskopie ist keine Vorsorgeuntersuchung.
  • Diagnosestellung: Die Laparoskopie wird zur Untersuchung krankhafter Veränderungen des Bauchraums durchgeführt. Es können auch Gewebeproben zur Laboruntersuchung entnommen werden.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: In Form einer Verlaufskontrolle kommt die Laparoskopie nach Operationen eines akuten Darmverschlusses (Mesenterialinfarkt) und bei Bauchfellentzündungen (Peritonitis) zum Einsatz.
  • Viele operative Eingriffe aus den Bereichen Chirurgie, Gynäkologie und Urologie werden heute im Zuge einer Laparoskopie durchgeführt. Beispiele dafür sind Entfernung von Blinddarm oder Gallenblase, Eingriffe bei Leisten-, Nabel- oder Narbenbruch, Darmoperationen bei gut- und bösartigen Erkrankungen, Behandlungen bei Zwerchfellbruch oder Refluxkrankheit, Lösung von Verwachsungen im Bauchraum, Therapien bei gynäkologischen Tumoren (z.B. Zysten), Operation von Tumoren an Niere und Nebenniere bzw.an Prostata und Harnblase.

Was passiert bei einer Bauchspiegelung?

Vor Beginn der Laparoskopie wird der Bauch rasiert und desinfiziert und eine Narkose wird durchgeführt. Bei dieser endoskopischen Untersuchung wird ein 10 bis 20 Millimeter großer Einschnitt am Nabelrand vorgenommen. Durch diesen wird ein dünnes Röhrchen geschoben und der Bauchraum mit Kohlendioxid gefüllt. Dadurch hebt sich die Bauchdecke von den Organen ab und der Arzt hat freie Sicht. Anschließend wird das Röhrchen durch eine Führungshilfe (Trokar) ersetzt. Durch das dickere Rohr der Führungshilfe wird das Laparoskop über die Bauchdecke eingebracht. Bei einer konventionellen Laparoskopie wird ein starres Laparoskop, das einen Durchmesser von 10 Millimeter hat, verwendet.

Nach Bauchspiegelung

Nach der Untersuchung wird die Einschnittstelle genäht und mit einem sterilen Pflaster abgedeckt. Der Patient wird anschließend in den Aufwachraum gebracht, wo er überwacht wird und bei Bedarf schmerzstillende Medikamente bekommt. Wurde im Rahmen einer Laparoskopie eine größere Operation vorgenommen, folgen noch 24 Stunden Bettruhe. Ohne Eingriff kann der Patient noch am selben Tag aufstehen.

Wer führt eine Bauchspiegelung durch?

  • Facharzt für Chirurgie
  • Gynäkologe
  • Urologe

Eine Bauchspiegelung wird ambulant (tagesklinisch) oder stationär durchgeführt.

Welche Risiken hat die Bauchspiegelung?

Eine Laparoskopie ist für den Patienten weniger belastend als eine normale Operation. Da keine großen Hautschnitte erforderlich sind, ist eine schnelle Genesung möglich. Es kommt nur in seltenen Fällen zu Wundheilungsstörungen, die zu einer Narbenbildung führen können.
       
In seltenen Fällen können Blutungen oder Verletzungen an Bauchorganen auftreten. Nach dem Eingriff kommt es äußerst selten zu Nachblutungen, Infektionen, Blutgerinnseln (Thrombose) oder Wundheilungsstörungen.

Mäßige Schmerzen im Bereich der Bauchwunde sind nach einer Laparoskopie normal. Auch Rippen- und Schulterschmerzen sind möglich. Die Ursache für diese Schmerzen liegt in der Dehnung und der Reizung des Zwerchfells durch das Kohlendioxid. Nach 2 bis 3 Tagen verschwinden diese Schmerzen aber wieder. In den ersten Stunden nach dem Eingriff kann es zu Beschwerden während des Wasserlassens kommen.

Was können Sie zum Gelingen der Bauchspiegelung beitragen?

Etwa 6 bis 8 Stunden vor der Laparoskopie dürfen Sie weder essen noch trinken.

Kosten & Krankenkasse

Bei entsprechender Notwendigkeit werden die Kosten für eine Laparoskopie von der Krankenkasse übernommen.

AUTOR


Elisabeth Mondl , Barbara Bürscher


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


10.12.2013 / 05.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Dara S. Lazar
Leiterin des Fachambulatoriums für Urologie des Heeresspitals Wien / Wahlärztin im Ordinationszentrum der Privatklinik Döbling
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., Trias Verlag, 1. Auflage, Stuttgart, 2008
H. W. Waclawiczek, P. Sungler, O. Boeckl: Bedside Laparoskopie (BSL) zur postoperativen Verlaufskontrolle beim Mesenterialinfarkt und bei diffuser Peritonitis. In: Klinik und Forschung in der Chirurgie unter dem Aspekt von Effizienz und Ökonomie, 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, 1.-5. April 1997, München, Springer-Verlag, 1997

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