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Heilpflanzen für Leber und Galle

Schüsseln mit verschiedenen Heilpflanzen
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Es gibt viele Heilkräuter, die die Funktion der Leber und der Galle unterstützen können. (Sebastian Duda / Shutterstock.com)

Schlechte Ernährung, Infektionen und Alkohol können die Leber stören. Wir stellen die 10 besten Heilpflanzen vor, die die Natur für derartige Probleme bereithält.

Die Leber ist das zentrale Organ für die Entgiftung unseres Körpers. In ihr wird Gallenflüssigkeit hergestellt, welche in der Gallenblase auf ihren Einsatz wartet. Falsche Ernährung, virale oder bakterielle Infektionen oder ein erhöhter Alkohol- und Medikamentenkonsum können Leber und Galle belasten und zu Entzündungen, Verdauungsbeschwerden und anderen Erkrankungen der Leber und Galle führen. Die folgenden Heilkräuter sollen Leber und Galle in Ihrer Funktion unterstützen und helfen diese zu regenerieren.

Artischocke schützt die Leber

Die Blätter der Artischocke regenerieren und schützen unsere Leber, sie fördern die Bildung von Gallensäuren und wirken appetit- und verdauungsanregend. Aus diesem Grund wird die Artischocke bei Fehlfunktionen im Leber-Galle-Haushalt, bei Verdauungsstörungen und zur Entgiftung eingesetzt. Neben im Handel befindlichen Fertig-Präparaten können Sie auch auf die Zubereitung eines Tees zurückgreifen. Dafür übergießen Sie 1 Teelöffel Blätter mit heißem Wasser und lassen sie den Aufguss etwa 7 Minuten ziehen lassen. Am besten vor dem Essen trinken.

Mariendistel helfen bei Lebererkrankungen

Die Samen der Mariendistel schützen unsere Leber vor schädlichen Einflüssen und fördern ihre Erholung. Sie werden vorbeugend und therapeutisch bei Verdauungsbeschwerden und Lebererkrankungen eingesetzt. Zur Vorbeugung von Leberschäden werden die Mariendistelsamen am besten gekaut. Bei Verdauungsstörungen ist es ratsam, die Samen fein zu zerkleinern und mit heißem Wasser aufzugießen. Danach 10 Minuten ziehen lassen und vor dem Essen trinken. Auch bei der Mariendistel gibt es im Handel erhältliche Fertig-Präparate.

Sojabohnen verringern den Fettgehalt im Blut

Die Sojabohne hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Sie wirkt leberschützend und verringert den Fettgehalt im Blut. Sie kann unterstützend bei Leberschäden oder bei einer Leberentzündung eingesetzt werden. Die Sojabohne ist im Handel als Nahrungsergänzung, in Form von Sojalecithin, erhältlich.

Gelbwurz reguliert den Fettstoffwechsel

Die Gelbwurz fördert die Bildung von Verdauungssäften und wirkt leberschützend, sowie auf den Fettstoffwechsel regulierend. Sie kann auch bei Reizmagen und Reizdarm eingesetzt werden. Für einen Aufguss verwenden Sie 1⁄2 Teelöffel der Wurzel und gießen diesen mit einer Tasse heißem Wasser auf. Anschließend 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen und vor dem Essen trinken.

Schafgarbe steigert den Appetit

Die Inhaltsstoffe der Schafgarbe steigern unseren Appetit und den Gallenfluss. Das Kraut der Schafgarbe wird unter anderem bei Verdauungsstörungen, wie Krämpfen und Blähungen, oder wiederkehrenden entzündlichen Lebererkrankungen eingesetzt. Verwenden Sie für einen Aufguss 1 Teelöffel des Krautes und übergießen Sie diesen mit einer Tasse heißem Wasser. 7 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Löwenzahn fördert die Ausscheidung von Giftstoffen

Das Löwenzahnkraut enthält viele Bitterstoffe. Diese regen die Produktion der Gallenflüssigkeit an und fördern die Ausscheidung von Giftstoffen und Stoffwechselabfällen. Es wird bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit ebenso eingesetzt, wie bei Beeinträchtigungen des Gallenflusses. Für die Teezubereitung übergießen Sie 3 bis 4 g des Krautes mit kalten Wasser und kochen dies kurz auf. 10 Minuten ziehen lassen. In Form einer Frühlings-Kur am besten 4 bis 6 Wochen lang 3 bis 4 Mal täglich eine Tasse trinken.

Wermut mindert Blähungen

Liegen Verdauungsstörungen der Galle mit Krämpfen und Blähungen oder Appetitlosigkeit vor, hilft das Kraut des Wermuts. Es fördert den Gallenfluss, mindert Blähungen und ist entzündungshemmend. Im Gegensatz zum Getränk Absinth enthält das Wermutkraut nur einen geringen Anteil des ätherischen Öles Thujon. Für die Zubereitung als Tee übergießen Sie 1 TL mit heißem Wasser und lassen Sie dies maximal 7 Minuten ziehen. Nicht mehr als 3 Tassen täglich trinken, darüber hinaus können sonst Nebenwirkungen wegen des enthaltenen Thujons entstehen.

Pfefferminze löst Krämpfe

Pfefferminzblätter enthalten ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe, welche den Gallenfluss steigern, Krämpfe lösen, und bei Verdauungsbeschwerden mit Übelkeit und Erbrechen helfen. Verwenden Sie 1 bis 2 Teelöffel der Blätter und geben Sie 1 Tasse heißes Wasser dazu. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nicht zu lange anwenden, denn bei zu langer Anwendung von Pfefferminztee kann es zu einer Magenreizung kommen.

Erdrauch hilft bei Erkrankungen der Gallenblase

Das Erdrauchkraut hat durch seine Inhaltsstoffe eine gut entzündungshemmende und krampflösende Wirkung auf die Gallenwege. Es wird deshalb unter anderem bei krampfartigen Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege eingesetzt. Für die Zubereitung eines Tees werden 2 bis 4 g Erdrauchkraut entweder kalt aufgegossen und über Nacht ziehen gelassen, oder mit siedendem Wasser aufgegossen und 7 Minuten ziehen gelassen.

Rosmarin unterstützt bei Kreislaufbeschwerden

Krampflösend, verdauungsfördernd und anregend: das ist die Wirkung der Rosmarinblätter. Ob als Gewürz in Speisen genossen oder in Form von Tee getrunken, der Rosmarin wirkt bei Verdauungsbeschwerden und bei Kreislaufbeschwerden. Die Rosmarinblätter (1 Teelöffel) werden mit einer Tasse heißem Wasser übergossen und 7 Minuten zugedeckt stehen gelassen.

AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


29.04.2016 / 15.10.2020
QUELLEN
Wichtl- Teedrogen und Phytopharmaka, W. Blaschek, 6. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2016, Stuttgart
Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, U. Bühring, 4. Auflage, Haug Verlag, 2014, Stuttgart
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