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Magen-Darm-Grippe

Magen-Darm-Grippen sind meist nach wenigen Tagen überstanden.
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Bei einer Magen-Darm-Grippe treten Symptome wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auf. (goffkein.pro / Shutterstock.com)

Die Magen-Darm-Grippe – auch Gastroenteritis genannt – gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Fast jeder Mensch erkrankt zumindest einmal in seinem Leben an einem Brechdurchfall.

Die Infektionskrankheit verläuft in den meisten Fällen heftig, aber harmlos. Jedoch bei Kindern und älteren Menschen kann Brechdurchfall durch den Flüssigkeitsverlust zu Kreislaufproblemen führen und im schlimmsten Fall sogar eine lebensbedrohliche Austrocknung hervorrufen.

Häufigkeit einer Magen-Darm-Grippe

Im Jahr 2018 wurden in Österreich 1572 Norovirus-Infektionen und 181 Fälle von Rotavirus-Gastroenteritis an die zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet. Hinzu kamen noch 385 Salmonellen-Infektionen.

Auslöser einer Magen-Darm-Grippe

Auslöser einer Magen-Darm-Grippe können sowohl Viren als auch Bakterien sein. Besonders häufig sind Noro- und Rotaviren für eine Magen-Darm-Infektion verantwortlich. Infektionen mit Noroviren können das ganze Jahr über auftreten, wobei ein saisonaler Gipfel der Ansteckung in den Monaten Oktober bis März festzustellen ist. Zu den bekanntesten Bakterien gehören Salmonellen, Campylobacter oder Escherichia coli, aber auch Staphylokokken können die Infektionserkrankung verursachen.

Übertragung der Viren

Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch. Die Viren werden über den Stuhl und das Erbrochene des Menschen ausgeschieden. Schon 10 bis 100 Viren genügen für die Auslösung einer Erkrankung. Die Verbreitung erfolgt meist durch eine sogenannte fäkal-orale Infektion. Die Keime werden als kleinste Spuren von Stuhlresten oder Erbrochenem über Lebensmittel, Getränke oder die Hände weitergegeben. Von hier aus gelangen die Erreger in den Mund und somit in den menschlichen Verdauungstrakt.

 

Die Erreger können jedoch auch über eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Winzige virushaltige Tröpfchen gelangen während des Erbrechens in die Umgebung und können somit über die Luft aufgenommen werden.

Symptome einer Magen-Darm-Grippe

Eine Magen-Darm-Grippe ist durch ein plötzliches Einsetzen der Beschwerden gekennzeichnet. Wie der Begriff Brechdurchfall schon vorwegnimmt, sind Durchfall, Übelkeit und Erbrechen die typischen Symptome einer Gastroenteritis.

 

Häufige Begleiterscheinungen sind:

  • starke Bauchschmerzen

  • Muskelschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • ausgeprägte Erschöpfung

  • Appetitlosigkeit

  • Fieber

 

Obwohl eine Magen-Darm-Grippe sehr unangenehm ist, sind Komplikationen selten. Trotzdem kann es zu einem Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) kommen. Dieser kann in manchen Fällen so stark ausgeprägt sein, dass der Kreislauf und die Nieren belastet werden. Weitere Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sind Schwindel und Mundtrockenheit sowie eine geringe Harnproduktion, wobei der Urin sehr dunkel gefärbt ist.

Diagnose einer Magen-Darm-Grippe

In den meisten Fällen stellt der Arzt die Diagnose im Rahmen der Anamnese. Nur in besonderen Fällen sind weiterführende Untersuchungen notwendig. Diese sind beispielsweise Blut-, Urin- und Stuhluntersuchungen. Beim Verdacht auf eine Norovirus-Infektion wird etwa eine Stuhlprobe durchgeführt. Mögliche Untersuchungen sind dabei ein Nukleinsäurenachweis (Polymerase-Ketten-Reaktion – PCR), ein Nachweis von Virusbestandteilen im Stuhl (Antigennachweis – ELISA) oder die Elektronenmikroskopie.

Therapie bei einer Magen-Darm-Grippe

Die Therapie erfolgt symptomatisch durch Ausgleich des erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Dies heißt vor allem, viel zu trinken. Leicht gesalzene Tees oder Suppen sollten in kleinen Schlucken zu sich genommen werden, um ein erneutes Erbrechen zu vermeiden. Feste Nahrung ist erst nach dem Ende des Erbrechens wieder zu empfehlen. Neben diesen Maßnahmen sollte des Weiteren eine Bettruhe eingehalten werden.

Meldepflicht in Österreich

Infektiöse Gastroenteritiden gehören laut dem österreichischen Epidemiegesetz zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Erreger der Magen-Darm-Grippe müssen von dem behandelnden Arzt, dem Amtsarzt oder dem Labormediziner gemeldet werden. Dazu gehören unter anderen Salmonellen, Campylobacter oder E. coli. Aber auch die Infektion mit dem Norovirus und Rotavirus unterliegt der Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Die Meldung an die Gesundheitsbehörden soll helfen, größere Ausbrüche und potenzielle Gefahrenquellen schnell zu erkennen und diesen somit vorzubeugen.

AUTOR


Carola Bachbauer, BA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


04.12.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Univ. Prof. Dr. Andreas Püspök
Vorstand der Inneren Medizin II, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt

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