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Wie sich eine Nierenkolik bemerkbar macht

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Heftige Krämpfe in der Nierengegend gepaart mit Erbrechen sind typisch für eine Nierenkolik. (underdogstudios / Fotolia)

Wenn sich ein Nierenstein im engen Harnleiter festgesetzt hat, kann er eine Nierenkolik auslösen. Sie zeichnet sich durch heftige, plötzlich einsetzende, krampfartige Schmerzen in der Nierengegend aus.

Neben den starken Flankenschmerzen, die in Rücken und Genitalbereich ausstrahlen können, kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Geortet wird der Nierenstein mittels Ultraschalluntersuchung. Viele Nierensteine lösen sich bei erhöhter Trinkmenge und Bewegung von alleine ab. Die Beschwerden der Nierenkolik lassen damit sofort nach. Andersfalls kann der Arzt den Stein medikamentös auflösen oder durch spezielle Verfahren entfernen.

Wie häufig tritt Nierenkolik auf?

Nierensteine treten bei etwa 1 von 20 Personen auf, also bei rund 5 % der Bevölkerung. Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren sind am häufigsten betroffen, etwa doppelt so oft wie Frauen. Ist solch ein Nierenstein vorhanden, führt er – sofern er sich im Harnleiter verklemmt – zu den charakteristischen krampfhaften Schmerzen einer Nierenkolik. Häufig entsteht die Erkrankung ernährungsbedingt und wenn zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird.

Ursachen einer Nierenkolik

Eine Nierenkolik tritt als mögliche Folge von Nierensteinen auf. Substanzen, die sonst im Harn gelöst sind, lagern sich dabei zu einem festen Gebilde, dem Nierenstein, zusammen. Eine Kolik tritt auf, wenn sich solch ein Stein löst und in Richtung Blase geschwemmt wird. Auf dem Weg kann der Nierenstein im engen Harnleiter, der Niere und Harnblase miteinander verbindet, steckenbleiben und den Harnabfluss dadurch erschweren oder ganz blockieren. Dabei verkrampft die umliegende Muskulatur und es kommt zur Nierenkolik.

Symptome einer Nierenkolik

Bei dem Betroffenen macht sich die Kolik durch folgende Symptome bemerkbar:

  • sehr starke, krampfartige Schmerzen in der Nierengegend, die wellenförmig ansteigen
  • die Schmerzen strahlen in den Rücken, zum Teil auch bis in den Genitalbereich aus
  • wird der Harnfluss blockiert, ist das Wasserlassen beeinträchtigt
  • Übelkeit und Erbrechen

Verlauf einer Nierenkolik

Sobald der Nierenstein im Harnleiter feststeckt, setzen die Beschwerden plötzlich und heftig ein. Genauso schnell klingen sie aber auch wieder ab, wenn sich der Stein gelöst hat oder entfernt wurde.

 

Nierensteine entwickeln sich verstärkt bei Menschen, die zu wenig trinken, die viel Eiweiß aus Fleisch und Milchprodukten konsumieren, bei starken Kaffee-, Alkohol- oder Schwarzteegenuss und bei häufigen Harnwegsinfekten.

Nierenstein: Diagnose

Die plötzlich auftretenden und heftigen Schmerzen veranlassen die Betroffenen in der Regel sofort dazu, einen Arzt (Allgemeinmediziner, Urologe, Nephrologe) aufzusuchen.

 

Schon im Patientengespräch kann der Mediziner anhand der charakteristischen Symptome einen Verdacht äußern. Einseitiger Schmerz beim Abklopfen der Nierengegend bekräftigt seine Annahme. Im Urin lassen sich zudem winzige Kristalle der Ablagerung und häufig auch Bakterien eines begleitend auftretenden Harnweginfekts nachweisen.

 

Ein Ultraschallgerät ist nicht zuverlässig in der Lage, einen Stein nachzuweisen. Sicherheit verschafft erst eine Computertomographie (CT). Sie gilt heutzutage als Standarddiagnostik und kann den Stein samt seiner Größe und Lokalisation als Ursache der Nierenkolik anzeigen. Je nach Ausmaß des Nierensteins veranlasst der Arzt im Anschluss die entsprechende Therapiemaßnahme.

Therapie bei Nierenkolik

Ziel der Therapie ist, den eingeklemmten Nierenstein aus dem Harnleiter zu lösen, da die Beschwerden der Nierenkolik damit sofort nachlassen.

 

Als erste Maßnahme verordnet der Arzt starke Schmerzmittel, um die heftigen Beschwerden zu lindern. Krampflösende Arzneimittel führen dazu, dass sich die umliegende Muskulatur des Harnleiters entspannt. Kleinere Steine lösen sich meist spontan ab und werden mit dem Urin herausgeschwemmt.

 

Um die Ablösung zu fördern, sollen sich die Betroffenen viel bewegen und große Mengen trinken. Steine mit einem Durchmesser unter 5 mm können dadurch leichter herausgespült werden. Bei 8 von 10 Betroffenen helfen diese Maßnahmen, um den Stein einfach auszuscheiden. Die Nierenkolik klingt damit gleichzeitig ab.

 

Wenn sie die Nierensteine nicht von alleine lösen, kann der Arzt medikamentös oder durch verschiedene Behandlungstechniken nachhelfen.

 

  • Chemolitholyse: Bei dieser Behandlung werden Medikamente verabreicht, die den Stein auflösen sollen. Die Therapie funktioniert allerdings nur bei harnsäurehaltigen Steinen.
  • Extrakorporale Stoßwellenlithotripsien: Bei dieser Methode wird die Ablagerung durch gebündelte Schallwellen zertrümmert und anschließend mit dem Urin ausgeschieden. Die Stoßwellen werden dabei von einem medizinischen Gerät auf der Haut des Betroffenen erzeugt und dringen durch das Gewebe bis zum Stein vor. Andere Organe werden dadurch nicht geschädigt. Die Behandlung erfolgt ambulant und ohne Narkose, sodass Sie danach wieder nach Hause gehen können.
  • Endoskopische Entfernung: Der Arzt hat auch die Möglichkeit, den Stein durch ein sehr schmales Endoskop zu erreichen und mittels Laser zu entfernen.

 

Komplikationen treten auf, wenn die Ablagerungen den Harnleiter komplett verschließen. Neben der schmerzhaften Kolik führt es dazu, dass der Urin aus der Niere nicht mehr abfließen kann und gestaut wird. Das kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung bis hin zum völligen Funktionsverlust der Niere führen.

Nierenkolik: Was kann der Betroffene selber tun?

Um den spontanen Steinabgang zu fördern, sollten Sie sich bewegen und viel trinken. Häufiger Fleischkonsum, vor allem von Innereien, übermäßiger Genuss von Kaffee, schwarzem Tee und Milchprodukten erhöhen die Gefahr, dass sich Nierensteine ausbilden und anschließend zu einer Kolik führen können. Ernährungsempfehlungen sprechen Sie am besten direkt mit dem Arzt oder einem Ernährungsberater ab.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


02.09.2016
MEDIZINISCHER EXPERTE
Priv. Doz. Dr. Anton Ponholzer
Facharzt für Urologie und Andrologie, Barmherzige Brüder Wien, Vorsitzender des Arbeitskreises Urologische Onkologie der Österreichischen Gesellschaft für Urologie
QUELLEN
Gesundheit Heute, A. Schäffler, Trias Verlag, Stuttgart, 2014
Pflege konkret. Innere Medizin, N. Menche, I. Brandt, Urban & Fischer Verlag, München, 2009
Innere Medizin, Duale Reihe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2013
Klinisches Wörterbuch, Psychrembel, Walter de Gruyter GmbH & CoKG, Berlin, 2013

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