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Therapieangebote bei Adipositas

Arzt misst Bauchumfang eines Buben
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Der Anstieg von Übergewicht und Adipositas bereits im Kindes- und Jugendalter ist beachtlich. (Africa Studio / Fotolia)

Angebote zur Adipositas-Therapie gibt es in Österreich am häufigsten in privaten Praxen. Dabei sind Menschen aus sozial schwächeren Gruppen am häufigsten betroffen.

„In Österreich ist jede dritte Frau und jeder zweite Mann übergewichtig – jede zehnte Frau und jeder siebente Mann sogar adipös, also krankhaft übergewichtig. Besonders bedenklich ist der beträchtliche Anstieg von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung und ihrer Relevanz für zahlreiche Folgeerkrankungen muss die Bekämpfung von Adipositas ein vorrangiges Ziel der Gesundheitspolitik sein“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler. Der Internist ist Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft (ÖAG), Vorstand des vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN sowie ärztlicher Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Salzburg.

SIPCAN

Der ÖAG ist wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt und jeder unabhängig von seinem Einkommen ein therapeutisches Angebot finden kann, das zu seiner persönlichen Problemstellung passt.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler
Präsident der Österreichischen Adipositas Gesellschaft (Foto: SIPCAN)

Therapieangebote schwer zu durch- und überblicken

Hoppichler weist auf eine besondere Problematik hin: „Die Suche nach einer Therapieeinrichtung stellt Betroffene oft vor Probleme. Wer sich in Österreich nach einer passenden Behandlungsmöglichkeit für Adipositas umschaut, wird schnell feststellen, dass die Angebote in ihrer Struktur und Finanzierung sehr unterschiedlich und nur schwer zu überschauen sind. Das erhöht die Zugangsschwelle und schwächt die Motivation, eine Therapie zu beginnen.“

 

SIPCAN nahm nun das Adipositas-Therapieangebot in Österreich genau unter die Lupe. Das Ergebnis: Angebote zur Adipositas-Therapie gibt es in Österreich am häufigsten in privaten Praxen (42,9 Prozent). Angebote von Gemeinden, Reha-Zentren  oder Kuranstalten spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Übergewicht ungleich verteilt

Übergewicht und Adipositas betreffen in Ländern mit westlichem Lebensstil vor allem Menschen aus den niedrigen Bildungs-, Berufsstatus- und Einkommensgruppen.„Vor dem Hintergrund, dass ein niedriger Sozialstatus mit einem erhöhten Adipositas-Risiko einhergeht, ist der Anstieg von privatfinanzierten Behandlungsangeboten mit Sorge zu beobachten“, warnt Hoppichler, „Der ÖAG ist wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt und jeder unabhängig von seinem Einkommen ein therapeutisches Angebot finden kann, das zu seiner persönlichen Problemstellung passt.“

Folgeerkrankungen teurer als Adipositas-Therapie

Hoppichler führt aus: „Es ist relevant, dass allen Betroffenen individuell geeignete und leistbare Therapieangebote offenstehen. Die möglichen Folgen von Übergewicht und Adipositas müssen dabei bedacht werden. Begleiterkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus, Gelenksbeschwerden oder Depressionen stellen mit ihren hohen Kosten eine weit größere Belastung für das Gesundheitswesen dar. Wer also seine Adipositas behandeln lässt und behandeln lassen kann, hilft auch dem System zu sparen.“

Jedem sein Therapieangebot

Im Rahmen einer Erhebung, die von der ÖAG unterstützt wurde, wurden 202 Institutionen in ganz Österreich mittels Online-Befragung zu quantitativen Eckpunkten und qualitativen Aspekten befragt. Wer ein Therapie-Angebot in Anspruch nehmen möchte, findet auf www.sipcan.at zwei kostenlose Broschüren mit einer Übersicht zu den aktuellen Therapieangeboten in ganz Österreich. Eine Broschüre informiert speziell über die Adipositas-Therapieangebote für Kinder und Jugendliche, die andere über entsprechende Angebote für Erwachsene.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


30.11.2018

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