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Was tun bei Gastritis?

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Eine Gastritis beschreibt eine Entzündung der Magenschleimhaut. Typische Symptome sind Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Appetitlosigkeit. (Thunderstock - Shutterstock.com)

Gastritis beschreibt eine Entzündung der Magenschleimhaut. Diese kann in akuter Form z.B. bei übermäßigem Alkohol- oder Nikotinkonsum, nach einer Lebensmittelvergiftung oder als Medikamentenreaktion vorübergehend auftreten.

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Gastritis. Sie wird meist durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren ausgelöst, auch Bakterien oder eine fehlgesteuerte Immunreaktion können die Erkrankung verursachen. Während die chronische Gastritis oft ohne Beschwerden bleibt, ist die akute Form von Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen geprägt. Nahrungskarenz und Medikamente, die die Produktion der Magensäure hemmen, führen bei akuter Gastritis schnell zu Besserung. Chronische Gastritis bedarf langfristiger Behandlung.

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Wie häufig tritt eine Gastritis auf?

Die Anzahl der Betroffenen einer chronischen Gastritis nimmt mit dem Alter zu. Ab dem 50. Lebensjahr weist etwa die Hälfte aller Menschen eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut auf, die aber häufig kaum Beschwerden verursacht.

 

Gesicherte Zahlen zur Häufigkeit einer akuten Gastritis liegen nicht vor.

Ursachen und Symptome von Gastritis

Eine Entzündung ist immer eine Abwehrreaktion des Körpers. Unser Immunsystem schützt sich damit gegen schädigende Einflüsse, die im Falle der Gastritis z.B. in Form von Bakterien, Medikamenten oder Alkohol in den Magen gelangen.

 

Bei der Entzündung der Magenschleimhaut unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Verlaufsform.

 

Akute Gastritis

  • Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut ist oftmals unmittelbare Folge auf magenschädigende Reize. Sie werden ausgelöst:
  • durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien
  • durch eine Lebensmittelvergiftung durch unbekömmliche oder verdorbene Nahrungsmittel
  • durch übermäßigen Konsum an Alkohol oder Nikotin
  • als Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Schmerzmittel, Cortison, Antidepressiva und andere)
  • durch eine Stressreaktion, die bei sehr schweren Verbrennungen, bei Schock, Blutvergiftung oder nach einer Operation, jedoch auch im Rahmen von Sport auftreten kann

 

Die Gastritis macht sich hierbei bemerkbar durch ein plötzliches Auftreten folgender Symptome:

 

  • Krampfartiges Druckgefühl in der Magengegend und im Oberbauch Appetitlosigkeit und Völlegefühl
  • Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen
  • Sodbrennen
  • bei starken Schäden der Schleimhaut kann es auch zu Blutungen kommen, die sich durch dunkel gefärbten Stuhl oder durch Blut im Erbrochenen bemerkbar machen

 

Chronische Gastritis

 

Während die akute Form schon nach wenigen Tagen ausheilt, kann eine chronische Gastritis Wochen und sogar Monate andauern. Da Betroffene häufig keine akuten Beschwerden aufweisen, bleibt die Erkrankung oftmals lange Zeit unentdeckt. Um mögliche Folgeschäden wie ein Magengeschwür zu vermeiden, sollte eine chronische Gastritis, auch wenn sie keine Beschwerden verursacht, auf jeden Fall behandelt werden.

 

Die chronische Entzündung der Magenschleimhaut hat in der Regel einen der drei folgenden Auslöse

 

  • Typ A: Autoimmungastritis: Hierbei bekämpft das Immunsystem als Fehlreaktion Zellen der eigenen Magenschleimhaut. Die Folge ist, dass zu wenig Magensäure gebildet wird und nur unzureichend Vitamin B12 ins Blut gelangt. Dadurch ist die Blutbildung insgesamt gestört. Bei den Betroffenen macht sich das durch Blutarmut und damit einhergehender Blässe und Müdigkeit bemerkbar. Die Erkrankung tritt eher selten auf. 1 von 20 chronischen Gastritiden ist durch eine Autoimmunreaktion bedingt. Es gibt keine Heilung. Betroffenen wird Vitamin B12 gespritzt, um den Mangel auszugleichen. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.
  • Typ B: Bakterielle Gastritis: Bakterien sind eine häufige Ursache einer chronischen Gastritis. Sie wird durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst. Dieses Bakterium verursacht oft keine Symptome, ist jedoch die häufigste Ursache für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Außerdem ist das Bakterium auch mitverantwortlich für die Entstehung von Magenkrebs.
  • Typ C: Chemisch-toxische Gastritis: Dieser Gastritistyp wird von einem oder mehreren magenreizenden Stoffen ausgelöst. Das sind häufig Medikamente wie Schmerzmittel, aber auch Alkohol und Nikotin bei anhaltendem und intensiven Gebrauch. Außerdem können regelmäßig geringe Mengen Gallensaft in den Magen fließen und dort zu einer Entzündung führen. Auch Stress spielt hierbei eine Rolle, da dieser zu vermehrter Magensäureproduktion beiträgt und so die Entstehung der Erkrankung fördert.

Diagnose von Gastritis

Die typischen, plötzlich auftretenden Beschwerden wecken beim Arzt oft schon während des Patientengesprächs den Verdacht auf akute Gastritis. Bei leichten Beschwerden führt eine Therapie mit Magenschonern (Protonenpumpenhemmern) rasch zur Heilung. Bei stärkeren oder länger andauernden Symptomen sichert eine Magenspiegelung die Diagnose:

  • Magenspiegelung: Dabei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, der beim Internisten oder bei einem Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologe) durchgeführt wird. Über einen sehr dünnen Schlauch führt der Mediziner eine Kamera durch die Speiseröhre bis in den Magen, um die Schleimhaut zu begutachten. Außerdem kann er damit eine Gewebeprobe zur anschließenden Untersuchung unter dem Mikroskop entnehmen.
  • Helicobacter-Urease-Test: Über einen Schnelltest kann in weniger als 24 Stunden der Magenkeim Helicobacter pylori nachgewiesen werden. Dafür gibt der Arzt die Gewebeprobe in eine Testlösung, die durch das enzymhaltige Bakterium in Kohlendioxid und Ammoniak aufgespalten wird. Färbt sich die Lösung rot, ist der Test positiv und der Magenkeim damit nachgewiesen.

Therapie von Gastritis

Akute Gastritits

 

Eine akute Gastritis ist eine vorübergehende Erkrankung, die meist nach wenigen Tagen abklingt. Dabei helfen Nahrungskarenz und bestimmte Arzneimittel:

 

Nahrungskarenz

Das Ziel ist, den Magen zu entlasten. Bei der akuten Gastritis sollten Sie daher 24 bis 36 Stunden auf fette und säurehaltige Speisen verzichten. Lediglich magenschonende Kost in Form von Tee und Zwieback sollten in dieser Zeit verzehrt werden. Um den Magen so wenig wie möglich zu belasten, sollten auch Medikamente, die nicht zwingend notwendig sind, während der Karenz abgesetzt werden. Schädigende Stoffe wie Kaffee, Nikotin sowie Alkohol und scharfe Gewürze sind strikt zu meiden.

 

Medikamente

 

Zusätzlich zur Nahrungskarenz kann die Produktion der aggressiven Magensäure vorübergehend durch die Gabe verschiedener Medikamente gehemmt werden bis sich die geschwächte Schleimhaut wieder zu einer intakten und schützenden Schicht ausgebildet hat.

 

Chronische Autoimmungastritis

 

Für die chronische Autoimmungastritis gibt es keine Heilung, da es sich um eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Köpers handelt. Häufig tritt die Erkrankung ohne akute Magenbeschwerden auf. Da die Betroffenen in Folge der Gastritis eine Blutarmut aufweisen, wird ihnen regelmäßig Vitamin B12 gespritzt. Das soll die Blutbildung fördern, Blässe und Müdigkeit lassen damit nach.

 

Bakterielle Gastritis

Die bakterielle Gastritis wird mit Antibiotika behandelt.

Gastritis: Was kann der Betroffene selber tun?

Grundsätzlich gilt es, Stoffe zu meiden, die den Magen unnötig reizen. Achten Sie auf eine magenschonende Kost. Keine sauren Säfte, keine kohlensäurehaltigen Getränke, Kaffee oder Alkohol. Fette Speisen und große Portionen sollten Sie genauso meiden wie scharfe Gewürze.

 

Bei starken Erbrechen, sollten Sie den Flüssigkeitsverlust unbedingt ausgleichen. Trinken Sie ausreichend Wasser und Tee.

 

Vorbereitung auf die Magenspiegelung: Damit keine Essensreste den Weg des Endoskops behindern, sollten Sie nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Das heißt, dass Sie acht Stunden vor dem Besuch beim Arzt nichts mehr Essen und Trinken sollten.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Sylvia Neubauer / Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


23.08.2016 / 25.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Doz. Dr. Bernhard Angermayr
Gastroenterologie & Hepatologie, Innere Medizin Ärzte im Zentrum, St. Pölten
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