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Schmerzempfindliche Zähne richtig pflegen

Junge Frau putzt sich die Zähne
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Wenn das Zähneputzen Schmerzen verursacht, läuft etwas gewaltig schief. (Voyagerix / Fotolia.com)

Fast bei jedem Zweiten reagieren die Zähne sensibel auf Heißes oder Kaltes, Süßes oder Saures. In vielen Fällen kann die richtige Zahnpflege Abhilfe schaffen.

Der Zahn besteht zu einem großen Teil aus Dentin und dieses ist schmerzempfindlich – im Gegensatz zum Zahnschmelz, der das Dentin umhüllt. An der Krone ist die Schmelzschicht bis zu 2,5 Millimeter dick, aber dort, wo der Zahn im Zahnfleisch verschwindet, wird das Dentin nur von einer dünnen Zementschicht geschützt. Wird diese durch Säure oder zu heftiges Schrubben weggeputzt, liegt das Dentin des Zahnhalses frei: Schmerzreize werden durch die feinen Dentinkanälchen direkt an den Nerv übertragen. Und das passiert genau dann, wenn thermische (heiß/kalt), chemische (süß/sauer) oder mechanische (putzen) Reize auf den Zahn einwirken.

Detektivarbeit im Zahnarztsessel

Um eine Dentinüberempfindlichkeit (Dentinhypersensibilität) festzustellen, muss der Zahnarzt detektivisch vorgehen. Es gilt nämlich, einige andere Ursachen auszuschließen. "Eine Hypersensibilität kann auch durch Sprünge im Zahnschmelz, eine unerkannt gebliebene Parodontitis oder Zahnfleischrückgang zustande kommen", erklärt Zahnärztin Dr. Corinna Bruckmann von der Universitätszahnklinik Wien.

 

All diese Beschwerden sind im Zunehmen begriffen – denn die Menschen behalten immer länger ihre natürlichen Zähne. Und auch die moderne Ernährung trägt dazu bei, dass die Zähne immer mehr aushalten müssen. In einer Befragung schätzten 90% der Zahnärzte, dass bis zu jeder zweite Patient schmerzempfindliche Zähne hat.

Dentinkanälchen verschließen

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: "Dentin wird zeitlebens nachgebildet", verrät Dr. Wolfgang Kopp, Prophylaxe-Referent und Vizepräsident der Österreichischen Zahnärztekammer. Das sogenannte tertiäre Dentin wird als Schutzmechanismus von den dentinbildenden Zellen (Odontoblasten) produziert, um das nervendurchsetzte Zahnmark zu schützen. "Bis die 'Wundfläche' am freiliegenden Zahnhals versiegelt ist, dauert es jedoch relativ lang", warnt Kopp.

Zahnpflegeprodukte verwenden

Dafür gibt es aber spezielle Zahnpflegeprodukte, die aktiv die Dentinkanälchen versiegeln – und so auch die Weiterleitung des Schmerzreizes blockieren. Zahnärzte können das mithilfe von Fluoridlacken tun, aber diese verschwinden nach einiger Zeit wieder. Deswegen muss auch in der täglichen Pflege etwas für den Schutz der Zähne getan werden.

 

"Gute Zahnpflegeprodukte für schmerzempfindliche Zähne beinhalten Arginin oder Zinnfluorid", weiß Cornelia Bernhardt, die leitende Instruktorin bei der Ausbildung zur Prophylaxe-Assistentin in Tirol ist. "Wichtig ist außerdem, weiche Zahnbürsten zu wählen und die richtige Putztechnik anzuwenden: Kleine, sanfte Bewegungen statt zu schrubben oder zu scheuern."

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


07.09.2017 / 03.12.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Corinna Bruckmann MSc
Foto (c): Universitätszahnklinik Wien
Fachbereich Zahnerhaltung & Parodontologie, Universitätszahnklinik Wien
QUELLEN
Pressegespräch "Monat der Mundgesundheit" am 30.08.2017 in Wien
Befragung der Österreichischen Zahnärzte anlässlich des Monats der Mundgesundheit 2017 (Durchführungszeitraum: Juni, Juli 2017; 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer)

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