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Zahnschmerzen

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Karies und andere Zahnschäden sind die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen. (chajamp - Fotolia.com)

Zahnschmerzen können häufig durch Karies oder freiliegende Zahnhälse (Zahnhalsschmerzen) hervorgerufen werden. Abhängig vom Auslöser verspüren Betroffene teils pochende, stechende oder ziehende Schmerzen, die bis in das Gesicht ausstrahlen und zu Kopfschmerzen führen können.

Hausmittel, wie z.B. Nelkenöl, das auf den schmerzenden Zahn aufgetragen wird, bewirken oft nur vorübergehend Linderung, Zahnschmerzen müssen von einem Zahnarzt abgeklärt werden. Unbehandelte Zahnschmerzen und Zahnschäden können zur Zahnfäulnis und zum vollständigen Verlust der Zähne führen. Dann hilft nur mehr der Einsatz einer Zahnprothese.

Häufigkeit

Regelmäßiges Zähneputzen ist für rund 60 % der Österreicher das A und O gründlicher Zahnpflege. Dennoch war bereits jeder 2. hierzulande zumindest einmal mit vorübergehenden Zahnschmerzen konfrontiert. Schuld daran sind häufig Kariesbakterien, die sich vor allem durch das Trinken süßer Säfte (Saftkaries) und Süßigkeiten bilden.

Ursachen von Zahnschmerzen

Karies

Karies bleibt von den Betroffenen lange unbemerkt. Erst wenn die Bakterien weit in den Zahn vorgedrungen sind, kommt es zu Schmerzen. Die beschädigten Bereiche des Zahns werden vom Zahnarzt mittels Bohrer entfernt.

 

Entzündung der Weisheitszähne

Die hinteren letzten Backenzähne, auch Weisheitszähne genannt, brechen meist zwischen 17 und 25 Jahren schmerzhaft durch. Beim Durchbruch kann es vor allem im Unterkiefer zu Platzproblemen kommen, wodurch sich die Weisheitszähne entzünden können. Häufig schafft nur die operative Entfernung dieser Zähne Abhilfe. Die häufigsten Gründe für die Durchführung der OP sind:

  • Die Weisheitszähne haben keinen Platz im Kiefer - sie entzünden sich beim Durchbruch.
  • Sie liegen im Kiefer quer und schädigen dadurch benachbarte Zähne.
  • Ein Weisheitszahn ist von Karies befallen und kann nicht mehr erhalten werden.
  • Die Weisheitszähne müssen wegen einer vorgesehenen Zahnprothese entfernt werden.

 

Entzündung der Zahnwurzelspitze

Karies kann sich bis zum Zahnnerv ausbreiten und dort eine schmerzhafte Entzündung bewirken. Auch infolge von Schlägen auf den Zahn, z.B. bei einer Sportart, können Entzündungsprozesse entstehen.

 

Im Rahmen einer Wurzelbehandlung wird die entzündete Pulpa aus dem Zahn entfernt und der Zahnkanal mit einer Dichtungsmasse abgefüllt. Der Zahn verbleibt mitsamt seiner Wurzel im Kiefer, lediglich die Pulpa fehlt. In diesem Fall spricht man von einem "toten Zahn".

 

Es ist aber möglich, dass im Zahn Bakterien zurückbleiben, die im Laufe von Monaten oder Jahren zu einer Entzündung der Zahnwurzelspitze führen können. Alte Füllmaterialien werden dann häufig aus dem Zahn herausgenommen – die Behandlung der Entzündung erfolgt mit Spülungen, Desinfektionsmaßnahmen und verschiedensten Einlagen. Erst nachdem die Entzündung vollständig abgeklungen ist, wird der Zahn erneut mit einer Füllung abgedichtet. Wenn der Zahn bereits sehr stark geschädigt ist, muss er entfernt werden.

 

Freiliegende Zahnhälse (Zahnhalsschmerzen)

Wenn dieser Rückgang aber zu stark ausgeprägt ist, liegen Teile der Zahnwurzel frei – die Zähne werden nicht mehr vollständig vom Zahnfleisch bedeckt und reagieren daher häufig mit Schmerzen auf Temperaturschwankungen.

 

Zahntaschen

Dabei handelt es sich um einen kleinen Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahn, der sich als Folge einer Parodontitis entwickeln kann. Speisereste und Bakterien, die sich dort einnisten, führen zu immer wiederkehrenden Entzündungen und Zahnfleischbluten. Hier hilft eine Zahnreinigung mit speziellen Hand- und Ultraschallinstrumenten.

 

Riss oder Sprung im Zahn (Haarriss)

Entsteht häufig nach einer Wurzelbehandlung. Beißt der Betroffene mit dem Zahn auf Nahrungsmittel, kommt es zu Schmerzen. Der Einsatz von (Teil-)Kronen kann notwendig werden.

Diagnose

Selten können Betroffene genaue Auskunft darüber geben, welcher Zahn ihnen wehtut, da die Zahnschmerzen oft bis ins Gesicht ausstrahlen. Das liegt an der engen, anatomischen Verbindung zwischen Zahn- und Gesichtsnerven. Um die Ursache von Zahnschmerzen herauszufinden kommen folgende Verfahren zum Einsatz.

 

Röntgen: Liefert einen guten Überblick über den Gesamtzustand der Zähne und bringt versteckte Karies ans Tageslicht. Auch wie weit sich diese schon entwickelt hat, ob z.B. bereits das Zahnmark davon betroffen ist, lässt sich durch eine Röntgenaufnahme feststellen. Ebenfalls ersichtlich sind fortgeschrittene Entzündungen im Bereich der Zahnwurzelspitzen.

 

Klopftest: Der Zahnarzt klopft dabei jeden Zahn vorsichtig ab. Dafür eignet sich etwa die Rückseite einer Sonde – ein spezielles Instrument der Zahnmedizin –, mit dessen Hilfe Zähne und Zahnfleisch untersucht werden können. Ein kranker Zahn schmerzt schon bei leichter Berührung.

 

Kältetest: Kommt zum Einsatz, um die Sensibilität der Zähne zu überprüfen. Ein entzündeter Zahn reagiert mit Schmerzen auf den Kältereiz, der durch ein kaltes Wattestäbchen herbeigeführt wird. Liegt hingegen ein "toter Zahn" vor, ist sein Nerv bereits abgestorben, wodurch keine Kälteempfindung spürbar ist.

Therapie

Zur Ersten Hilfe bei Zahnschmerzen kann eine kleine Menge Nelkenöl auf den schmerzenden Zahn geträufelt werden. Durch seine betäubende Wirkung verschafft es – zumindest vorübergehend – Linderung. Fluorgel, das in verschiedenen Zahnpasten enthalten ist, kann auf die empfindlichen Zahnhälse aufgetragen werden. Es "versiegelt" die freiliegenden Poren im Zahnhalsbereich und führt so zum Nachlassen der Zahnhalsschmerzen. Die Anwendung erfolgt meist vor dem Schlafengehen über 3-4 Nächte.

 

Bei vorhandenen Zahnschmerzen ist es außerdem sinnvoll, sie nicht unnötig weiteren Reizen auszusetzen und dadurch die Symptome zu verstärken. Daher:

  • Temperaturschwankungen vermeiden (z.B. kein kaltes Wasser unmittelbar nach einem heißen Tee trinken)
  • Keine süßen oder sauren Lebensmittel zu sich nehmen. Sie produzieren Säure, welche die Zähne (noch) anfälliger für Zahnbeschwerden macht.

Dennoch sollten Zahnschmerzen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In den meisten Fällen stecken Zahnschäden dahinter, die sich der Zahnarzt anschauen sollte.

Das können Sie selber tun

Bei der Vorbeugung von Zahnschmerzen spielt in erster Linie die gründliche Mundhygiene eine wichtige Rolle. Wer regelmäßig seine Zähne putzt, verhindert die Entstehung von Karies, Zahnfleischbluten und anderen Zahnschäden.

 

Bakterien im Mund lieben Zucker: Sie wandeln zuckerhaltige Nahrung rasch in Säure um, wodurch die Zähne beschädigt werden. Den Zähnen zuliebe ist es daher besser, eine größere Menge Süßes zu naschen und dann Zähne zu putzen als über den Tag verteilt immer wieder in die Naschkiste zu greifen.

AUTOR


Lisa Hörnler
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


04.12.2014 / 30.04.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
DDr. Markus Laky
Foto (c): Universitätszahnklinik Wien
Leiter der Spezialambulanz Laserzahnheilkunde an der Universitätszahnklinik Wien
QUELLEN
Interview mit med. univ. DDr. Christoph Ofner am 27.11.2014, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klagenfurt
Karies, Wissenschaft und klinische Praxis H. Meyer-Lückel, S. Paris, K. R. Ekstrand, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2012

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