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Zeitumstellung und Gesundheit

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Viele Mediziner meinen: In der Sommerzeit geht man später zu Bett, steht aber dennoch zur gleichen Zeit auf und verliert so eine Stunde Schlaf. (SIAATH/Shutterstock.com)

Ein heiß diskutiertes Thema ist zweimal im Jahr die Zeitumstellung. Lesen Sie hier, welche Auswirkungen die eine Stunde Zeitunterschied auf unsere Gesundheit hat.

Zwei Mal im Jahr stellen wir die Uhren jeweils eine Stunde vor oder zurück. Hat diese eine Stunde Unterschied Auswirkungen auf die Gesundheit?

Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Seidel: Glücklicherweise gibt es bei den meisten Menschen keine bzw. nur kurz andauernde Auswirkungen. Dazu zählen eine erhöhte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Magen-Darm-Verstimmungen. Bei Patienten mit vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben Studien ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung gezeigt.

 

Auf welchen Ebenen kann sich dieser „Mini-Jetlag“ auswirken?

Es kommt kurzfristig zu einer Verschiebung des äußeren und inneren Rhythmus. Nachdem verschiedene Organe in unserem Körper nach einer inneren Uhr funktionieren, kann dieses Missverhältnis zu verschiedenen Beschwerden (s. oben) führen.

 

Gibt es bestimmte Personengruppen, die diese Umstellung besonders deutlich spüren?

Kinder und ältere Menschen, aber insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes und COPD spüren diese Zeitumstellung stärker.

 

Kann man selbst etwas dafür tun, um die Auswirkungen der Zeitumstellung möglichst gering zu halten?

Ja. Auch in den Tagen um die Zeitumstellung auf die eigene innere Uhr hören und rechtzeitig zu Bett gehen, tagsüber viel Flüssigkeit zu sich nehmen und sich im Tageslicht bewegen.

 

Falls es zu einer Abschaffung der Zeitumstellung kommt: Ist es egal, ob man sich für die Sommer- oder Winterzeit entscheidet oder ist aus Ihrer Sicht die eine der anderen vorzuziehen? Und warum?

Obwohl sehr beliebt, da es in der heißen Jahreszeit abends länger hell ist, stellt die Sommerzeit aus schlafmedizinscher Sicht nur die 2. Wahl dar. Die Winterzeit wäre die „Zeit der Wahl". Grundsätzlich gilt aber, dass die meisten Menschen nicht in einem klinisch relevanten Ausmaß von der Zeitumstellung betroffen sind. Hier ist also Entwarnung zu geben, und das ist vermutlich das Wichtigste, denn Angst stört wiederum den Schlaf und verschärft Schlafstörungen.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


11.03.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Seidel
Foto (c): Felicitas Matern
Facharzt für Neurologie, Leiter des Spezialbereichs Schlaf, Universitätsklinik für Neurologie Medizinische, Universität Wien

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